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EDITORIAL

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FOTO: SEBASTIAN SCHOEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wer in diesen Zeiten nach positiven Eindrücken lechzt, der hat hoffentlich die Öko-Feldtage nicht verpasst. Bio-Landwirte und -Landwirtinnen konnten sich mit Beratern, Wissenschaftlerinnen und Vermarktern austauschen. Weiterhin sprudeln die Ideen, wie sich der Ökolandbau innovativ fortentwickeln kann. Trotz der eingetrübten Marktlage beherrschte eine beharrliche Zuversicht viele Gespräche.

Der gemeinsame Rundgang von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir und Hessens Ministerin Priska Hinz verlieh den Öko-Feldtagen politisches Gewicht. Die beiden fragten nach den Antworten, die der Biolandbau auf viele aktuelle Krisen geben kann. Der Krieg in der Ukraine sei kein Grund, vom gesteckten Bio-Wachstumsziel 30 Prozent bis 2030 abzurücken, versicherte Özdemir mehrfach.

„Jetzt braucht die Bio-Branche beharrliche Zuversicht“

Aus zwei Bundesländern kamen Ende Juni verstörende politische Nachrichten: Sowohl in Schleswig-Holstein als auch in Nordrhein-Westfalen haben die schwarz-grünen Koalitionen Landwirtschaft und Umwelt in getrennten Ministerien verortet. Bündnis 90/Die Grünen haben jeweils das Umweltressort besetzt, die CDU stellt die Agrarminister. Dabei hatte die enge V erbindung der beiden Ressorts in einem gemeinsamen Haus zuvor gute, fachlich orientierte Lösungen hervorgebracht.

Nun könnte das 30-Prozent-Ziel zwischen die Mühlsteine der politischen Entscheidungsträger geraten. Dann braucht die Bio-Branche beharrliche Zuversicht. Die Klima- und die Biodiversitätskrise gewähren keinen Aufschub.