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EDITORIAL

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„Mehr Aktion für den Ökolandbau“
FOTO: SEBASTIAN SCHOEN

Liebe Leserinnen und Leser,

Ende September hat die Europäische Kommission ihren ersten „Organic Day“ (nach Redaktionsschluss) begangen. Zwar nur eine kleine Veranstaltung, doch in den nächsten Jahren soll es richtig weitergehen: Immer am 23. September werden politische Akteure beim Öko-Tag über die Fortschritte in ihren Staaten berichten. Der Organic Day ist Teil des Öko-Aktionsplans der Kommission, den diese im März vorgestellt hat. Und dieser wiederum soll das Ziel „25 Prozent Ökolandbau bis 2030“ unterstützen, das die Kommission in ihrer Farm-to-Fork-Strategie festgeschrieben hat.

Der Agrar- und der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments haben die Farm-to-Fork-Strategie im September abgesegnet. Ein gutes Signal. Neben dem Flächenziel für den Ökolandbau enthält sie weitere bemerkenswerte Ziele, darunter, den Pestizideinsatz bis 2030 um 50 Prozent zu senken und die Nährstoffverluste aus der Düngung relevant zu reduzieren. Wichtige Bausteine, um die Landwirtschaft mit Artenvielfalt und Klimaschutz in Einklang zu bringen.

Leider finden sich die Ziele der Farm-to-Fork-Strategie in der jüngsten GAP-Reform kaum wieder. Gerade für den Ökolandbau sieht es nicht rosig aus. Wichtige Agrarstaaten wie Frankreich und Österreich wollen ihre Öko-Förderung empfindlich zurückfahren. Auch im deutschen Strategieplan zur GAP ist das Fördergefüge so gestrickt, dass es Bio-Höfe benachteiligt. Nicht zuletzt die Kommission muss deshalb den Ländern bei der Umsetzung der GAP Dampf machen, um die Politik im Sinne der Farm-to-Fork-Strategie nachzubessern. Damit es nicht bei Aktionsplänen und Öko-Tagen bleibt.