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EDITORIAL

EDITORIAL

„Zur Nachahmung anregen“
FOTO: BILDSCHOEN 13

Liebe Leserinnen und Leser,

die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten und wir leben in hohen Unsicherheiten. Aber in jeder Krise liegen auch viele Chancen.

Andere Mitglieder der Menschheitsfamilie erleiden schon seit langem Verfolgung, Not und Hunger. Angesichts des Geschehens in unserer europäischen Nachbarschaft spüren die meisten von uns, dass es ungemütlich werden könnte. Resilienz erfährt in solchen Zeiten zunehmend Beachtung. Vielleicht beginnen viele von uns erst jetzt zu verstehen, wie sehr unsere Zukunft von resilienten Systemen abhängt.

Der Begriff Resilienz – abgeleitet vom lateinischen „resilire“, abprallen – wurde in der Psychologie erstmals in den 1950er-Jahren für die Eigenschaft von Menschen verwendet, die trotz schwierigem sozialem Umfeld in der Lage sind, ihr Leben erfolgreich zu führen. Zurecht hat dieser Begriff längst in Gebiete wie Klima- oder Ökosystemforschung Einzug gehalten. Auch wird in Wirtschaftskreisen von resilienten Lieferketten gesprochen.

Stressfaktoren und ein schwieriges Umfeld bestimmen global das Geschehen in der Ernährungsbranche. Doch gibt es keinen Grund, in Schockstarre zu verfallen. Als Akteurinnen und Akteure im Bio-Sektor arbeiten wir an robusten Systemen, die externen Schocks und Störungen besser trotzen. Wir wirtschaften in engen Kreisläufen und verzichten auf mineralische Stickstoffdünger, arbeiten an regionalen Wertschöpfungsketten und kürzeren Transportwegen und vielem mehr. Es ist also DIE Gelegenheit, aus der Krise gestärkt hervorzugehen – und zur Nachahmung anzuregen.