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EDITORIAL

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FOTO: SEBASTIAN SCHOEN

Liebe Leserinnen und Leser,

was die Klimakrise für Mitteleuropa bedeutet, kann man diesen Sommer sehen. Es dürsten Äcker, Wiesen, Wälder nach Wasser. Regen? Fehlanzeige über weite Flächen! In einzelnen Regionen hingegen stürzen solche Wassermassen vom Himmel, dass es zu Überschwemmungen und Erdrutschen kommt, Innenstädte und Straßen überflutet werden. Hier sind die Menschen froh, wenn das für die Landwirte so kostbare Nass schnell wieder verschwindet in Kanälen, Bächen, Flüssen – ab ins Meer.

„Wasser schnell abzuleiten, ist Ingenieurskunst vergangener Zeiten, die das Land austrocknet“

Das Wasser schnell abzuleiten, ist eine Ingenieursleistung vergangener Zeiten. Sie sorgt inzwischen dafür, dass Deutschland austrocknet, wie Forscher:innen mithilfe des Grace-Satelliten beobachten. Sie beziffern das jährliche Defizit der deutschen Wasserbilanz auf 2,5 Gigatonnen. Das sind 2,5 Kubikkilometer. In den vergangenen 20 Jahren ist der Wasserschatz, auf dem Deutschland einmal saß, um die Menge des Wassers im Bodensee geschrumpft. Der Grundwasserspiegel sinkt seit 2011.

Darüber sollte die Gesellschaft ebenso dringend reden wie über unsere Energieversorgung im nahenden Winter. Eigentlich dringender. Denn es ist ein großes Projekt, das wertvolle Wasser in Böden und in der Landschaft zu halten und es effizient zu verteilen. Zwischen den Regionen, zwischen Stadt und Land.

Weitsichtig arbeiten Bio-Landwirtinnen und Bio-Landwirte auf ihren Höfen bereits jetzt: Sie speichern Kohlenstoff, sie passen ihr Wirtschaften an. Davon können Sie in dieser Ausgabe lesen.