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EDITORIAL

EDITORIAL

FOTO: SEBASTIAN SCHOEN

Liebe Leserinnen & Leser,

die Zukunftskommission Landwirtschaft hat zu ihrem Mandatsende nochmals Mut gemacht. Schon ihr Papier vom August, das als ein zukunftsweisender Entwurf für die Neuausrichtung des Agrarsektors gilt, hat viele überrascht. In einer Abschlussveranstaltung im Oktober war viel Enthusiasmus zu verspüren. Klima- und Politikexperten lobten die Arbeit und die Art und Weise der Kompromissfindung, die trotz unterschiedlicher Interessen der Kommissionsmitglieder möglich war. Nicht, dass nun der Plan nur einfach angewendet werden muss, dazu ist das Thema Landwirtschaft und Ernährung zu komplex. Dafür fehlen bisher die entsprechenden Rahmenbedingungen und eine „volkswirtschaftliche Denkweise“ mit den entsprechenden Instrumenten einer zukunftsgewandten GAP oder neuen Abgabensystemen. So müssen die Ampel-Parteien entscheiden, ob und wie sie das Strategiepapier umsetzen und das nötige Geld beschaffen wollen.

„Es muss um den größten gemeinsamen Nenner gehen“

Doch eines stimmt optimistisch: In vielen Köpfen scheint anzukommen, sämtliche Reformen auf ein Ziel hin auszurichten, nämlich auf die Rettung von Klima und Umwelt. Dabei könnte durchaus als Nebeneffekt auftreten, dass sich die Land- und Ernährungswirtschaft von verkrusteten Strukturen befreit. So will es seit Ende Oktober auch das EU-Parlament, das mehrheitlich die Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Union beschlossen hat.

Der Weltklimakonferenz in Glasgow bleibt zu wünschen, dass dort ein ähnlicher Geist weht wie in der Zukunftskommission Landwirtschaft. Auch dort muss es um den größten gemeinsamen Nenner gehen. Nicht länger kann der Wettbewerb um Marktmacht nur vom eigenen Vorteil oder vom Vorteil weniger getrieben sein.