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„Die Regierung muss die ressortübergreifende Zusammenarbeit noch weiter denken“
FOTO: SEBASTIAN SCHOEN

Liebe Leserinnen und Leser,

einen vielversprechenden Auftakt seiner Amtszeit hat der neue Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hingelegt. Er und Umweltministerin Steffi Lemke versprachen, künftig Energie zu sparen – nämlich die Reibungsenergie zwischen ihren Ressorts. Gemeinsam wollen sie Umwelt-, Klima- und Artenschutz vorantreiben. Den Biolandbau erkennen sie als umfassenden Problemlöser.

Wichtig ist, dass der Umbau des Ernährungssystems umfassend gedacht und angepackt wird. Nur wenn Nachfrage und Angebot harmonisch wachsen, bleiben Marktverwerfungen aus. Vor allem Verbraucherinnen und Verbraucher haben den Biolandbau bis zum heutigen Flächenumfang gebracht. Nun muss also massiv die Kundschaft verbreitert werden. Das gelingt mit mehr Bio-Anteilen in der Außer-Haus-Verpflegung.

Doch auch der Lebensmitteleinzelhandel ist gefordert, wenn dort 30 Prozent Bio im Regal stehen sollen. Die Kommunikation muss stärker die umfassende Qualität der Bio-Lebensmittel betonen. Auch Fairness in der Lieferkette bleibt notwendig, denn Bio-Landwirte brauchen weiterhin faire Preise für ihren sorgsamen Umgang mit der Natur.

Darüber hinaus ist die Regierung gefordert, die ressortübergreifende Zusammenarbeit noch viel weiter zu denken. Eine abgestimmte Wirtschafts- und Sozialpolitik muss dafür sorgen, dass umweltgerechter Konsum für eine breite Verbraucherschicht erschwinglich ist. Denn Menschen, die einen schmaleren Geldbeutel haben, sollten nicht gezwungen sein, auf Kosten der Natur zu leben, obwohl sie es besser wissen.